Android spricht

Text-zu-Sprache – ohne Google und andere werbeverseuchte TTS-Engines

Wenn man sich auf seinem Telefon gewisse Texte, wie Messenger-Nachrichten oder auch einfach nur Navigations-Anweisungen vorlesen lassen möchte, benötigt man dazu eine TTS-Engine (engl. Text-to-Speech = Text-zu-Sprache). Die meisten werden dazu die bereits vorinstallierte Google-TTS nutzen. Nun gibt es aber Nutzer die Google wo es nur geht aus dem Weg gehen wollen und die deshalb nicht solch eine TTS-Engine an Bord haben (und wenn sie an Bord wäre, würde ich sie nicht nutzen wollen). Benutzt man die Suchmaschine seiner Wahl, fallen einem etliche Alternativen auf, von denen aber die große Masse irgendwie dubios aussieht.

Nun habe ich eine Variante gefunden, die von den Ergebnissen her sehr gut klingt und auch noch datenschutztechnisch sehr gut aussieht.

Um zu testen, wie das Ergebnis klingen wird, kann man sich unter folgendem Link ein paar Beispielsätze vorlesen lassen: http://codefactoryglobal.com/speech-technology/voice-licensing

Was ist also zu tun, um solch eine Text-zu-Sprache-Engine zu installieren?

  • Die APK-Datei, die die eigentliche TTS-Engine installiert, findet man hier: http://www.tyflonet.com/siciliano/VocalizerEx2_TTS.zip
  • Nachdem man die Zip-Datei entpackt und die APK-Datei installiert hat, erstellt man ein neues Verzeichnis „VocalizerEx2“ im Dateisystem des Android-Telefons (üblicherweise unter /storage/emulated/0 ) und kopiert den in der ZIP-Datei enthaltenen Ordner „languages/common“ dort hinein.
  • Anschließend lädt man sich von diesem Link http://blindhelp.net/software/vocalizer-expressive-nvda/voices die gewünschte(n) Sprachdatei(en) herunter (erst die gewünschte Sprache auswählen und dann „Apply“ klicken, da nicht alle Sprachdateien sofort in der Liste aufgeführt werden).
  • Nachdem man die gewünschten Sprache(n) heruntergeladen hat, versieht man die Dateien mit der Dateiendung .zip, entpackt diese und kopiert sie in den vorher erstellten Ordner „VocalizerEx2“
  • Nun kann man unter den Android-Einstellungen unter „Sprache und Eingabe“ – „Text-zu-Sprache-Einstellungen“ die neue TTS-Engine „VocalizerEx2 TTS“ auswählen und dort die heruntergeladene Sprache einstellen.
pihole

Pi-hole – netzwerkweiter Werbeblocker im Heimnetz

Für viele Nutzer des Internets hat sich die Seuche „Werbung“ inzwischen als so nervtötend und belästigend herausgestellt, dass offenbar die meisten einen Werbeblocker auf ihrem Computer installieren. Genaugenommen als weiteres Addon in ihrem Browser (Firefox, Chrome …). Diese Installation muss auf jedem Gerät einzeln erfolgen, was natürlich aufwändig und auch wieder lästig ist (aber offenbar nicht so lästig wie die Werbung selbst). Außerdem ist es bei einigen Geräten gar nicht oder nur sehr schwierig möglich, einen Werbeblocker zu installieren. Das gilt zum Beispiel für Android-Geräte, die man erst rooten müsste oder iPhones, bei denen man erst einen sogenannten Jailbreak durchführen müsste, um überhaupt einen Werbeblocker installieren zu können. Warum ein Werbeblocker ein notwendiger Selbstschutz ist, und keinesfalls auf einigen Seiten abgeschaltet werden sollte, auch wenn manche Webseitenbetreiber das bei jedem Besuch wieder fordern und auch schon Seiteninhalte ausblenden, wenn ein Werbeblocker erkannt wurde, habe ich im Artikel Selbstverteidigung gegen Werbung im Internet näher erläutert. Heute will ich eine elegantere Methode vorstellen, wie man dieser lästigen Plage Herr wird. Beim Pi-Hole handelt es sich um einen kleinen Computer basierend auf Raspberry-Pi (läuft aber auch auf anderer Hardware), der die gesamte Werbung, die im eigenen Heimnetz auf allen Geräten geladen werden soll, in einem schwarzen Loch verschwinden lässt (hole – engl. Loch) – wo sie auch hingehört. Und weil es hier Nachfragen gab: Die Performace von Medienstreams oder anderen Up- oder Downloads wird nicht beeinflusst, lediglich die Auflösung des Seitennamens in eine gültige IP-Adresse kann unter Umständen ein paar Millisekunden länger dauern. Nachdem die IP-Adresse bekannt ist, läuft der Datenstrom nicht mehr über den Pi-Hole.

Und das Beste ist, dieser Werbeblocker funktioniert nicht nur im Browser, sondern auch innerhalb von Apps, die Werbung einblenden oder Tracking-Server erreichen wollen. Sollte man allerdings solche Apps im Einsatz haben, dann wäre es an der Zeit, sich nach Alternativen umzusehen – z.B. im App-Store F-Droid. Pi-hole – netzwerkweiter Werbeblocker im Heimnetz weiterlesen

Netzwerke

Warum Privatsphäre mehr ist als Verschlüsselung

Ich bin im Internet auf eine interessante Seite gestoßen, die das Thema Privatsphäre und Verschlüsselung etwas eingehender beleuchtet. Da diese nur auf englisch und französich verfügbar ist, habe ich sie mal ins deutsche übersetzt, damit auch diejenigen unter euch, die des englischen nicht mächtig sind, die Chance haben, es zu lesen und sich damit auseinander zu setzen.

Hier ist der Link zur ursprünglichen Seite:

https://hannes.hauswedell.net/post/2016/05/31/why-privacy-is-more-than-crypto/ Warum Privatsphäre mehr ist als Verschlüsselung weiterlesen

prosody

sichere Kommunikation mit XMPP

Heute habe ich auf meinem XMPP-Server neubert.dedyn.io eine weitere Funktion hinzugefügt, die eine sichere Kommunikation weiter forciert. Mit dem Prosody-Modul mod_e2e_policy kann man einstellen, wie sich der Server hinischtlich Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verhalten soll. Bisher war es so, dass ich zwar empfohlen habe, dass man die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung OMEMO aktivieren sollte, jeder Nutzer konnte diesen Hinweis aber in den Wind schießen und trotzdem unverschlüsselt kommunizieren. Seit heute ist das anders. Nun bekommt jeder Nutzer auf neubert.dedyn.io einen Hinweis bei jeder unverschlüsselt gesendeten Nachricht, dass es sicherer sei, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung OMEMO zu aktivieren. Ich gehe davon aus, dass diese Nachrichten so nervig sind, dass man lieber die zwei Klicks in der Oberfläche von Conversations macht und OMEMO aktiviert, als bei jeder weiteren Nachricht wieder genervt zu werden (weitere Details zur Einrichtung von Conversations sind im Beitrag Conversations – der bessere Ersatz für WhatsApp zu finden).

Ich könnte den Server auch so einstellen, dass unverschlüsselte Nachrichten gar nicht mehr versandt werden. Allerdings weiß ich aus anderen Quellen, dass es derzeit noch Probleme mit XMPP-Clients gibt, die unter iOS laufen (beim Namen genannt Chatsecure). Damit diese Nutzer nicht völlig von der Kommunikation ausgeschlossen werden, habe ich die Servereinstellungen derzeit noch nicht so hart eingestellt. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen 😉

Maske

Nichts zu verbergen?

Für alle, die von sich behaupten, nichts zu verbergen zu haben, habe ich hier einen Link zu einem Dokumentarfilm, den man mal gesehen haben sollte (die anderen dürfen sich den Film natürlich auch gern ansehen 🙂 ). Dann wird vielleicht dem einen oder anderen bewusst, welche Informationen man da im täglichen Leben bewusst und noch viel mehr unbewusst preisgibt:

nothingtohide-poster-01-860x484-or8Laufzeit ca. 1,5 Stunden!

mobilsicher-fs8

gute Apps – schlechte Apps – mal ein paar andere Tests als üblich

Im Internet gibt es jede Menge Webseiten, die Apps für mobile Geräte testen und die Ergebnisse dann präsentieren. Meist wird dabei vor allem getestet, wie gut die App das tut, wofür sie (aus Sicht des unbedarften Nutzers) programmiert wurde. Auf mobilsicher.de hingegen, wird getestet, was im Hintergrund passiert. Und die Ergebnisse sind leider viel zu oft katastrophal. Leider interessiert das unsichtbare Funktionieren im Hintergrund den Normalnutzer offenbar wenig, sonst würden die Nutzerzahlen bei vielen Apps nicht so hoch sein.

Jeder, der etwas auf Datenschutz und Privatsphäre bedacht ist, sollte sich beim Installieren von Apps Gedanken machen, was die App genau tut, welche Rechte sie einfordert und wohin sie welche Daten versendet bzw. versenden könnte.

Bekannte Apps, die bei Tests von mobilsicher.de negativ aufgefallen sind, sind unter anderem:

Am besten ihr seht euch selbst mal dort um auf mobilsicher.de.

Im Allgemeinen kann ich sagen, sollte man lieber Apps aus dem App-Store F-Droid benutzen. Diese werden auf problematische Features überprüft und gegebenenfalls verbessert, indem kritische Teile ausgebaut werden. So zum Beispiel die Spiele-App 2048. Die gibt es sowohl als problematische App im Google-Play-Store als auch als bereinigte Version im F-Droid-Store.

Privacy-fs8

Wie ist es um die Privatsphäre beim Besuch einer Webseite bestellt?

Mit jedem Klick im Internet hinterlassen wir Spuren. Welche das sind, und wie viel davon, das wissen die wenigsten. Es kommt natürlich auch ganz auf die Webseite an, auf der man sich gerade befindet. Wer wissen will, wie gut oder schlecht eine Webseite die Daten der Besucher behandelt, der sollte mal die Seite

webbkoll.dataskydd.net

aufrufen. Hier kann man jede Webseite auf ihre „Gesprächigkeit“ hin testen. Ein paar Englischkenntnisse sind allerdings Voraussetzung (oder alternativ auch schwedisch 🙂 )um die Ergebnisse verstehen zu können.

Wer wissen will, wie es um den Datenschutz auf diesem Blog steht, der kann auch gleich hier klicken https://webbkoll.dataskydd.net/en/results?url=ingolfneubert.diskstation.org (und sich das Ausfüllen des Formulars mit „ingolfneubert.diskstation.org“ und klick auf „Check“ ersparen).

noch eine Alternative zu Google

Wie bereits in meinem Beitrag Suchmaschine mit Repsekt vor Privatsphäre beschrieben, sollte jedem Nutzer bewusst werden, welche Daten er an Monopolisten wie Google, Facebook und andere weiterreicht und was diese damit über einen erfahren. Und anschließend sollte man sich bewusst machen, was man mit diesem Wissen über einen selbst alles anstellen kann. Leider scheinen die meisten aber genau das nicht zu tun und bleiben bei ihren alten Gewohnheiten.

Ich habe eine weitere Alternative zur Suchmaschine Google gefunden, deren Suchergebnisse aus meiner Sicht sehr gut sind und die keinerlei Informationen über den Nutzer speichert: Qwant

qwant-banner-fs8Und damit der Durchschnitts-Internet-Anwender versteht, was beispielsweise Google über einen weiß, gibt es sogar ein schönes Werbevideo, das jedem klar machen sollte, warum man eben nicht (mehr) Google zur Suche verwenden sollte:

Wer sich etwas tiefer mit dem Thema Suchmaschine und speziell Qwant beschäftigt, wird bemerken, dass Qwant zu großen Teilen durch den Axel Springer Verlag finanziert wird. Man kann nun nicht gerade behaupten, dass Zeitschriften u. ä. von Axel Springer zu meinen favorisierten Medien gehören, aber das ändert erst einmal nichts daran, dass die Suchergebnisse dieser Suchmaschine gut sind. Und sie muss sich an europäische Datenschutzlinien halten. Nichtsdestotrotz sollte man natürlich wachsam sein und beobachten, wie es hier weiter geht. Warum Axel Springer so viel Geld in Qwant investiert hat, kann man wahrscheinlich am besten verstehen, wenn man diesen offenen Brief von Mathias Döpfner (Vorstandsvorsitzender von Axel Springer) an Eric Schmidt (CEO von Google, inzwischen Executive Chairman der Alphabet Inc.), gelesen hat.

Also: Suchmaschine wechseln! Und am besten gleich Google aus den installierten Suchmaschinen entfernen! Wie das geht, ist in meinem Artikel Standard-Suchmaschine ändern beschrieben.

Translation

Tschüß Google-Translator, hallo DeepL

Um Webseiten und Texte lesen zu können, die in einer Sprache vorliegen, die man nur schlecht oder gar nicht beherrscht, habe ich früher oft den Google Translator benutzt. Abgesehen davon, dass die Fähigkeiten dieser Software oftmals sehr begrenzt zu sein schienen, würde ich heutzutage diesen Dienst auch deswegen meiden, weil er von Google ist 🙂 .

Aber was wäre eine googlefreie Alternative? Seit kurzem kenne ich die aus Köln stammende Firma DeepL. Deren Übersetzungssoftware setzt Maßstäbe. Die Übersetzungen sind nach meinen Tests um Längen besser als die der oben erwähnten Konkurrenz.

Wenn es also lange Texte zu übersetzen gilt, dann hilft https://www.deepl.com/translator, will man bei einzelnen Wörtern mehr Informationen erhalten, wie das bei einem Wörterbuch üblich ist, kann man auch https://www.linguee.com/ aufrufen.

Einziger Wermutstropfen. Auch diese Seite sollte man nur mit Addons wie NoScript oder uMatrix besuchen, denn Google-Analytics sind auch hier allgegenwärtig. Aber das ist man ja inzwischen gewohnt und benutzt solche Addon standardmäßig! – Oder?

Um die Fähigkeiten von DeepL zu zeigen, wird dieser Artikel ohne Änderungen meinerseits hier automatisch von DeepL übersetzt angezeigt:

In order to be able to read websites and texts that are in a language that is poorly or not at all mastered, I often used Google Translator in the past. Apart from the fact that the capabilities of this software often seemed to be very limited, I would avoid this service nowadays also because it is from Google: -).

But what would be a google-free alternative? I recently became acquainted with DeepL, a company from Cologne. Their translation software sets standards. According to my tests, the translations are by far better than those of the above-mentioned competitors.

If it is necessary to translate long texts, then https://www.deepl.com/translator helps, if you want to get more information on individual words, as is usual with a dictionary, you can also visit https://www.linguee.com/.

The only drawback. You should only visit this page with addons like NoScript or uMatrix, because Google Analytics are omnipresent here as well. But that’s what you are used to and use such an addon by default! – Or is it?

Translated with www.DeepL.com/Translator

Searx-or8

Suchmaschine mit Respekt vor Privatsphäre

Ich habe heute ein eigene Instanz der Suchmachine Searx (leider derzeit nur in der englischen Wikipedia beschrieben) auf meinen Server installiert. Wer also zukünftig Google den Rücken kehren will und stattdessen eine Suchmaschine nutzen möchte, die den Suchenden nicht verfolgt und nicht protokolliert, was wann gesucht wurde, kann neben solchen Alternativen wie Metager, StartPage oder DuckDuckGo eben auch meine Instanz von Searx nutzen. Wie man solch eine Suchmaschine zu seinem Browser (Firefox) hinzufügt, habe ich in meinem Artikel Standard-Suchmaschine ändern bereits beschrieben.