FHEM-House

Installation von FHEM auf einem Raspberry Pi

Warum man sich nicht für die proprietären Smart Home Systeme der ganzen kommerziellen Anbieter entscheiden sollte, habe ich auf der Seite Smart Home – ein Begriff – viele Themen ausführlich beschrieben. Stattdessen kann man mit dem Open Source Hausautomationssystem FHEM eine Lösung schaffen, die datenschutztechnisch wesentlich besser ist. Es setzt natürlich etwas Eigeninitiative voraus. Wie im ersten Teil meiner Schritt-für-Schritt-Anleitung bereits beschrieben, haben wir erst mal ein Betriebssystem (Raspbian) auf dem Raspi installiert, bevor es nun an die eigentliche Installation von FHEM gehen wird. Folgende Schritte werden jetzt kommen:

mit SSH anmelden

Im ersten Teil haben wir lokal auf dem Raspi gearbeitet. Da wir aber die kleine Kiste später irgendwo unsichtbar verstecken wollen und sie im Hintergrund ihren Dienst verrichten soll, wäre ein angeschlossener Monitor und eine Tastatur eher störend. Deshalb haben wir den SSH-Dienst aktiviert, über den wir nun aus der Ferne auf den Rechner zugreifen können. Voraussetzung ist, dass wir die IP-Adresse des Raspi kennen. Üblicherweise bekommt der Rechner seine IP-Adresse von einem im Heimnetz befindlichen DHCP-Server zugewiesen. Das ist bei den meisten Heimanwendern üblicherweise auch gleichzeitig der Router – z.B. eine Fritz!Box. Eine Möglichkeit die IP-Adresse herauszufinden ist, auf dem Router in die Netzwerkübersicht zu gehen und dort nach einem Hostnamen „raspberrypi“ zu suchen (sofern man nicht einen anderen Hostnamen vergeben hat). Wie es genau erfolgt solltet ihr selbst herausfinden, da das von Router zu Router ganz unterschiedlich ist.

Fritz!Box-Netzwerkumgebung

Wenn wir die IP-Adresse kennen, können wir uns mit einem Terminalprogramm auf diesen Rechner verbinden. Unter Linux geht das direkt in der Konsole, unter Windows benötigen wir dazu ein kleines Programm, z.B. PuTTY, das man von der PutTTY-Downloadseite herunterladen kann. Es braucht nicht installiert, sondern kann direkt gestartet werden.

In der Kategorie „Session“ tragen wir nun die vorher ermittelte IP-Adresse ein und vergewissern uns, dass Port 22 und Connection type SSH eingetragen sind.

PuTTY-Konfiguration-Session

In der Kategorie „Connection – Data“ tragen wir bei Auto-login username pi ein.

PuTTY-Konfiguration-Data

Mit einem Klick auf „Open“ sollte sich ein schwarzes Kommandozeilenfenster öffnen, dass uns nach dem Passwort des Nutzers pi fragt. Da wir das im ersten Teil meiner Schritt-für-Schritt-Anleitung geändert haben, lautet es nun hoffentlich nicht mehr raspberry sondern ihr müsst nun euer eigenes hier benutzen.

Betriebssystem Raspbian auf den aktuellen Stand bringen

Nach erfolgreichem Login sollten wir als erstes das Betriebssystem auf den aktuellen Stand bringen. Auch wenn das heruntergeladene Raspbian-Image ganz frisch sein sollte, es wird mit ziemlicher Sicherheit schon das eine oder andere Update geben, dass wir nun installieren werden.

sorgt dafür, dass nach neuen Updates gesucht wird und diese ohne Nachfrage (deshalb das -y) installiert werden.

FHEM-Installationsoraussetzungen installieren

Da FHEM einige Pakete (z.B. Perl) nutzt, die wir bisher noch nicht auf dem System haben, müssen wir diese noch installieren. Das geht mittels Eingabe von

Installation von FHEM

Nun haben wir den Punkt erreicht, an dem wir an die eigentliche Installation von FHEM kommen. Zunächst sollten wir in Erfahrung bringen, welche FHEM-Version die aktuelle ist. Dazu sehen wir auf der Download-Seite von FHEM nach.

FHEM-aktuelle-Version

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags war die Version 5.8 aktuell. Sollte es in der Zwischenzeit eine neuere Version geben, dann muss im nächsten Schritt natürlich die Versionsnummer angepasst werden. Der Download und die Installation erfolgen in einem Schritt:

Damit ist FHEM auf dem Raspberry Pi installiert. Nun sollten wir als ordentliche Menschen noch etwas aufräumen und die Installationsdatei wieder löschen (auch hier die Versionsnummer anpassen, wenn nötig).

Damit der Nutzer fhem auf das Verzeichnis zugreifen darf, müssen noch die Zugriffsrechte gesetzt werden:

Damit wir unter FHEM später auch USB-Geräte wie CUL oder JeeLink benutzen können, müssen wir dem Nutzer pi und dem Nutzer fhem die Lese- und Schreibrechte auf solche Geräte zuweisen. Das erfolgt, indem wir beide Nutzer der Gruppe tty hinzufügen:

Anschließend sollte in eurem Browser der Aufruf der FHEM-Weboberfläche durch Eingabe folgender Adresse möglich sein (IP-Adresse an eure anpassen):

http://192.168.xxx.xxx:8083/fhem

Was es nun für Möglichkeiten gibt, mit FHEM sein Haus oder seine Wohnung smart zu machen, erkläre ich in weiteren Beiträgen, die ich hier demnächst nachreichen werde.

Zum Beispiel erkläre ich in diesem Beitrag wie man Funksteckdosen mit dem Raspberry Pi unter FHEM schalten kann.

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