Archiv für den Monat: Mai 2018

Mozilla Common Voice

kein Amazon Alexa oder Google Home – Sprachsteuerung ohne Cloud

Die meisten Mitmenschen gehen bekanntermaßen mit ihrer eigenen Privatsphäre sehr unbedacht um. Das erkennt man daran, dass sie sich den allseits beliebten Messenger WhatsApp auf ihrem Smartphone installieren und dabei den AGB’s meist ungelesen oder zumindest achselzuckend zustimmen. Das dieser Messenger ab diesem Zeitpunkt Zugriff auf das komplette Kommunikationsverhalten des Smartphonebesitzers hat (mit wem?, wann?, wie lange?, wo war der Standort? – und darunter fällt also auch das herkömmliche telefonieren und SMS schreiben – nicht nur das chatten innerhalb von WhatsApp!), scheint den meisten völlig egal zu sein. Viel schlimmer ist allerdings, dass diese Mitmenschen nicht nur ihre eigene Privatsphäre wegwerfen, sondern auch noch die Telefonnummern aller in deren Adressbuch befindlichen Kontakte ungefragt auf den Server einer amerikanischen Firma laden, die mehrfach bewiesen hat, dass sie nicht auf die von ihren Kunden – äh, sorry! – Produkten* gesammelten Daten aufpassen kann (siehe z.B. Skandal Cambridge Analytica).

*Wenn du nichts dafür bezahlst, bist du nicht der Kunde, sondern das Produkt!

Zur Zeit existiert ein weiterer Hype, nämlich sich für teures Geld Abhörwanzen in die Wohnung zu holen um sich (und ahnungslose Besucher!) permanent abhören zu lassen. Auch wenn Amazon und Google behaupten, die in der Umgebung geführten Unterhaltungen würden erst ab einem Schlüsselwort (Alexa bzw. OK, Google) in die Cloud übertragen, um dort analysiert zuwerden, so frage ich mich. „Wer will und kann das prüfen?“. Und es gab inzwischen auch schon nachweisbar Vorfälle, in denen die Abhörwanze leider versehentlich glaubte, sie wäre angesprochen worden und dann vertrauliche Gespräche in die Cloud geschickt hat. Man sollte sich heute tatsächlich angewöhnen, wenn man bei Unbekannten zu Besuch kommt, nach dem üblichen „Guten Tag!“ noch ein „Alexa, bestell bitte 100 Dosen Ravioli!“ hinterherzuwerfen. Wenn die Gastgeber dann hektisch werden, weiß man, dass man in einem überwachten Bereich ist und sollte sich entsprechend verhalten.

Warum erzähle ich das alles? Nun – ich halte die Idee, Computer oder Smart Homes per Sprachbefehl zu steuern für sehr interessant. Es würde mir gefallen, wenn mein FHEM eines Tages auf Zuruf all die Dinge machen würde, die ich derzeit noch per Tastendruck, Bildschirmklick oder Messenger-Befehl auslöse. Aber bitte ohne Cloud! Wenn, dann sollte die Verarbeitung dieser Sprachnachrichten innerhalb meiner vier Wände stattfinden. Und genau dieses Projekt gibt es bereits. Die Mozilla Foundation hat damit begonnen, die ersten Schritte in diese Richtung zu gehen. Das Projekt heißt Mozilla Common Voice und ich erhoffe mir davon in absehbarer Zukunft eine Sprachsteuerung, die ich ohne Datenschutz-Bedenken zum Einsatz bringen kann. Wer etwas dazu beitragen möchte, kann sich an dem Projekt beteiligen und Sprachaufnahmen abliefern oder bereits aufgenommene Sprachaufnahmen auf ihre Korrektheit verifizieren.

 

Tastatur

Tastatur mit Swype-Unterstützung

Da ich für mein googlefreies Android-Smartphone auf der Suche nach einer spionagefreien Tastatur war, die swypen unterstützt – also das Schreiben des Textes durch den ununterbrochenen Wisch über die Tastatur – habe ich mich auf die Suche begeben – und bin fündig geworden. Wichtig war mir, dass es eine OpenSource-App ist, denn schließlich vertraut man seiner Tastatur vertrauliche und intime Dinge wie zum Beispiel Passwörter an – und nur bei OpenSource hat man die Möglichkeit nachzuprüfen, ob alles mit Rechten Dingen zugeht.

Die Tastatur AnySoftKeyboard gibt es prinzipiell auch im F-Droid-Store zum Herunterladen. Allerdings unterstützt diese Version (noch?) nicht das swypen. Es gibt allerdings bereits eine Beta-Version davon, die dieses beliebte Feature beinhaltet. Herunterladen kann man sie unter folgendem Link: https://github.com/AnySoftKeyboard/AnySoftKeyboard/issues/264. Dort nach ganz unten gescrollt, findet sich ein Link zu: https://2667-4063516-gh.circle-artifacts.com/0/apks/debug/app-debug.apk

Sollte man zuvor bereits aus dem F-Droid-Store die Tastatur AnySoftKeyboard installiert haben, schlägt die Installation der Beta-Version fehl. Also erst die offizielle AnySoftKeyboard-App deinstallieren und dann die Beta-Version installieren.

Funktionieren tut sie, allerdings ist die Worterkennung nach den ersten Testversuchen noch nicht so toll. Aber ich hoffe, dass der selbstlernende Algorithmus im Laufe der Zeit die Trefferquote erhöht und ein nachträgliches Korrigieren der erkannten Wörter immer seltener notwendig wird.