E-Books

Adobe Digital Editions unter Wine installieren

Wenn man sich E-Books kauft oder in der Bibliothek ausleiht, dann bekommt man üblicherweise nur einen Link, der einen dann über Adobe Digital Editions zum Download einer mit DRM (Digitale Rechte Minderung) versehenen epub-Datei führt. Das man diesen Download nur mit Adobe Digital Editions (ADE) ausführen kann und dieses Programm selbstverständlich nicht für Linux zur Verfügung steht, ist schon etwas ärgerlich. Aber es gibt Abhilfe. Man kann mit Hilfe von Wine auch unter Linux Programme laufen lassen, die eigentlich für Windows vorgesehen sind. Wie das im speziellen Fall von Adobe Digital Editions Version 2.0.1 zu machen ist, erkläre ich im Folgenden:

Eins vorweg, die Installation von Wine und ADE über den Anwendungspaketmanager war nicht erfolgreich. Es geht aber über das Terminal. Zuerst laden wir uns aber noch die zwei notwendigen Windows-Programme herunter, die wir später benötigen. Das wäre erstens der ADE2.0-Installer (5,7 MB) und das Microsoft .Net Framework 3.5 SP1 Full Package (231,5 MB). Und wir verschieben diese beiden Downloads der Einfachheit halber aus dem Donwload-Ordner in den Persönlichen Ordner (also eine Ebene nach oben).

Nun installieren wir Wine selbst, zusätzlich auch noch ein kleines Hilfsskript namens Winetricks, Cabextract zum Entpacken von Windows-Cab-Dateien und die 32-Bit-Version von Wine:

$ sudo apt install wine-stable winetricks cabextract wine32-development

Wine installiert Windows-Programme in separaten Verzeichnissen, die Prefix genannt werden. Für die Installation von ADE verwenden wir also das Prefix adewine. Und es muss zwingend die 32-Bit-Version von Wine verwendet werden:

$ WINEPREFIX=~/.adewine WINEARCH=win32 winecfg

Damit Wine für alle nachfolgenden Kommandos das gleiche Prefix verwendet, benutzen wir folgendes Kommando:

$ export WINEPREFIX=~/.adewine

Nun werden noch Corefonts und Windowscodecs benötigt, die mit folgendem Kommando installiert werden:

$ winetricks -q corefonts && winetricks -q windowscodecs

Am Ende der Installation kommt es zu einer Fehlermeldung, dass die Datei windowscodecs.dll nicht kopiert werden konnte.

000d:err:module:import_dll Library windowscodecs.dll (which is needed by L"C:\\windows\\system32\\winemenubuilder.exe") not found

Das kann durch manuelles entpacken und kopieren folgendermaßen behoben werden:

$ cd ~/.cache/winetricks/windowscodecs/

$ cabextract -d tmp wic_x86_enu.exe

Nun noch kopieren:

$ cd tmp/

$ cp windowscodecs* ~/.adewine/drive_c/windows/system32/

$ cd ~/

Jetzt installieren wir das Microsoft .Net Framework, das wir vorher heruntergeladen und direkt ins Home-Verzeichnis gelegt haben:

$ wine dotnetfx35.exe

Als letztes können wir nun Adobe Digital Editions 2.0.1 installieren:

$ wine ADE_2.0_Installer.exe

Anschließend kann Adobe Digital Editions über das Startmenü ganz normal gestartet werden.

Nun können wir also auch unter Linux E-Books lesen, indem wir sie über Adobe Digital Editions öffnen. Es gibt allerdings einen kleinen Haken. Ich besitze einen E-Bookreader, also so eine kleine Hardware, die fast wie ein Tablet aussieht, aber eben „nur“ Bücher anzeigen kann. Dafür hält der Akku wochenlang. Das Problem ist, dass ich diese epub-Datei zwar auf diesen E-Bookreader kopieren kann, dieser das E-Book aber nicht öffnen kann. Ursache dafür ist oben bereits erwähnte Digitale Rechte Minderung. Da nimmt sich also jemand das Recht heraus, mir vorzuschreiben, dass ich meine E-Books nur auf dem Gerät lesen kann, auf dem auch Adobe Digital Editions installiert ist. Man bräuchte nun einen Weg, die epub-Datei vor dem Kopieren auf den E-Bookreader so zu verändern, dass diese Digitale Rechte Minderung nicht mehr enthalten ist.

Unter Linux ist natürlich Calibre die erste Wahl, wenn es um die Verwaltung von E-Books geht. Calibre kann direkt über die Anwendungsverwaltung installiert werden. Und Calibre kann mit diversen Erweiterungen um weitere Funktionen ergänzt werden. Diese Erweiterungen kann man sich zum Beispiel als Zip-Datei herunterladen. Im geöffneten Calibre klickt man den Button „Einstellungen“ (ganz rechts, eventuell den Ausklapp-Pfeil benutzen) und im sich öffnenden Fenster ganz unten den Button „Erweiterungen“ an. Im sich nun öffnenden Fenster gibt es unten einen Button „Erweiterung aus Datei laden“. Dann navigiert man zu der Zip-Datei, die die gewünschte Erweiterung enthält und wählt diese aus. Es erfolgt noch eine Warnung, das solche Erweiterungen auch gefährlich sein können und danach sollte die neue Erweiterung in der Liste der installierten Erweiterungen auftauchen.

Calibre-Einstellungen

Wenn man in der Suchmaschine seiner Wahl z.B. nach „Apprentice Alf’s Blog“ sucht, sollte man schon mal eine interessante Erweiterung gefunden haben. Mehr Informationen dazu stelle ich hier absichtlich nicht zur Verfügung.

Wo legt Calibre denn die epub-Dateien ab? Was passiert, wenn man diese epub-Dateien auf den E-Bookreader kopiert? Eine Menge Fragen. Das sollte man mal ausprobieren!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.