Alle Beiträge von Ingolf

microphone

Sprachsteuerung ohne Alexa, Siri, Cortana und Co.

Inzwischen hat ja jeder Depp eine Abhörwanze in seiner Wohnung oder auf seinem Smartphone installiert. Die bekanntesten sind da:

  • Alexa (Amazon)
  • Siri (Apple)
  • Cortana (Microsoft)
  • Google Assistent (Google)
  • Bixby (Samsung)

Alle haben eines gemeinsam. Die gesprochenen Befehle werden auf einen zentralen Server geladen, dort analysiert und anschließend die Antwort zurück an den Absender gesendet. Das führt natürlich dazu, dass massenweise persönliche Daten auf diesen Servern anfallen, und kein Mensch weiß, was damit angestellt wird. Also ich möchte nicht, dass meine Gespräche bei Amazon, Google oder sonst einer Datenkrake landen, um dort analysiert zu werden. Als 1989 die DDR zusammenfiel, haben viele Leute zu Recht die Stasi verdammt, weil sie mit ihren vielen inoffiziellen Mitarbeitern so gut wie jeden im Staat überwacht haben. Heute, ca. 30 Jahre später, holen sich diese Leute selbst solche Spione ins Haus – ganz freiwillig!

Ich will so etwas nicht. Aber eine Sprachsteuerung ist natürlich eine feine Sache. Wenn die Daten im eigenen Haus bleiben. Und genau das scheint möglich zu sein. Mein Smarthome, basierend auf FHEM, ist und bleibt cloudfrei. Und mit

https://snips.ai

und dem FHEM-Modul Snips-Fhem

werde ich in nächster Zeit versuchen, meine Hausautomation auch mit Sprachsteuerung zu versehen. Einen Thread im FHEM-Forum gibt es dazu schon seit einiger Zeit. Über den weiteren Fortschritt werde ich hier berichten. Jetzt heißt es erst mal lesen und zusätzliche Hardware bestellen. Und Zeit nehmen/haben, für solch ein Projekt.

social-media

Zuckerberg plant Zusammenführung von Whatsapp, Instagram und Facebook Messenger

Die New York Times hat in einem Artikel die Pläne von Facebooks Chef Mark Zuckerberg beleuchtet. Für alle, die des englischen nicht mächtig sind, hier die Übersetzung ins deutsche.

Mark Zuckerberg, Geschäftsführer von Facebook, plant die Integration der Messaging-Dienste des sozialen Netzwerks – WhatsApp, Instagram und Facebook Messenger – und bekräftigt seine Kontrolle über die sich ausbreitenden Geschäftsbereiche des Unternehmens zu einer Zeit, in der sein Geschäft von Skandalen heimgesucht wird.

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WhatsApp-Gründer packt aus

WhatsApp-Gründer packt aus: „Ich habe die Privatsphäre meiner User verkauft!“

Ich verlinke eigentlich nur ungern zu welt.de, aber der Artikel ist durchaus lesenswert:

https://www.welt.de/kmpkt/article181691812/WhatsApp-Gruender-packt-aus-Ich-habe-die-Privatsphaere-meiner-User-verkauft.html

Ich kann dem Schluß des Artikels nichts hinzufügen, nur noch mal wiederholen:

Es ist Zeit: #deletewhatsapp

Zwiebel

Tor Browser für Android

Um anonym im Internet zu surfen, gibt es für herkömmliche Computer schon lange den Tor Browser. Nun ist dieser in einer ersten Alpha-Version auch für Android erhältlich.

Nutzer, die Wert auf ihre Privatsphäre legen, werden den Tor Browser dann wohl nicht über den Google-Spy-Store installieren, sondern stattdessen die APK-Datei direkt von der Homepage des Tor Projects laden.

Über das Guardian-Repository innerhalb von F-Droid ist die gleiche APK-Datei wie von der Homepage des Tor Projektes installierbar. Der Vorteil des Ladens über F-Droid ist, das man über eventuell vorhandene Updates informiert wird.

Das Guardian-Repository wird aktiviert, indem man in F-Droid –>  Optionen –> Paketquellen antippt  und dort den Eintrag für Guardian Project Official Releases aktiviert. Nach einer Aktualisierung der Paketquellen stehen die Apps aus diesem Repository zur Installation bereit.

F-Droid-Optionen

F-Droid Paketquellen

Update 05.12.2018 Seit Version 8.5a5 wird die separate App Orbot nicht mehr benötigt, um mit dem Tor-Browser im Internet zu surfen. Sie ist nun in den Tor-Browser integriert. Allerdings können andere Apps noch nicht das integrierte Orbot nutzen. Will man also auch andere Apps über das Tor-Netz benutzen, benötigt man immer noch die im nächsten Abschnitt erwähnte App Orbot.

Damit Tor auf dem Smartphone funktioniert, ist zusätzlich die App Orbot notwendig, die sozusagen die Verbindung ins Tor Netzwerk herstellt. Auch Orbot gibt es im Google-Spy-Store und bei F-Droid.

Beachtet bitte, dass die Nutzung von Tor allein nicht dafür sorgt, dass man anonym bleibt. So darf man sich zum Beispiel niemals mit einem Nutzer-Account auf Webseiten anmelden, denn durch die Anmeldung ist man natürlich nicht mehr anonym. Am Besten, ihr lest mal den interessanten Artikel Das 3-Browser-Konzept auf Kuketz-Blog.de.

e-mail

Wie vertrauenswürdig ist dein E-Mail-Anbieter ?

E-Mail ist neben den üblichen Instant-Messengern heutzutage immer noch ein beliebter Weg, um untereinander Nachrichten auszutauschen. Da E-Mail ein offenes Protokoll ist, gibt es viele Anbieter, die miteinander mehr oder weniger in Konkurrenz stehen. Doch wie sicher erfolgt eigentlich die Kommunikation zwischen den Servern. Da sind offensichtlich große Unterschiede zu finden.

Auf der Webseite https://mecsa.jrc.ec.europa.eu/ kann man seine E-Mail-Adresse eingeben und bekommt anschließend für den eigenen Provider das Testergebnis zurück gemailt.

Hier eine kleine Übersicht der Ergebnisse von großen Anbietern:

E-Mail-Anbieter-Ergebnisse

Und hier die Links zu den Quellen (Stand September 2018):

mailbox.org  dismail.de  posteo.de  gmx.de  gmail.com  web.de  1&1

Wie gesagt, es ist nur eine kleine Auswahl. Wer seinen E-Mail-Anbieter hier nicht findet, kann sich über https://mecsa.jrc.ec.europa.eu/ einen Testbericht zu seinem eigenen Provider zumailen lassen.

Hier ein paar Auszüge aus dem Privacy-Handbuch:

Web.de und GMX.de sammeln bei der Registrierung zuviele Daten: Anrede, Vor- und Nachname, Land, PLZ und Ort, Straße und Hausnummer, optional ist nur die Mobilfunknummer für Passwortwiederherstellung.

Mit der Registrierung erklärt man sich damit einverstanden, dass die Daten für Marketing-Zwecke verwendet werden. Die Daten werden an den Mutterkonzern übermittelt und mit anderen verbundenen Unternehmen geteilt. Außerdem werden die Daten für postalische Werbung genutzt, sie werden für Markt- und Meinungsforschung genutzt und Non-Profit Organisationen für Werbung zur Verfügung gestellt. (Falls man sich schon öfters mal gefragt hat, woher Meinungs­forschungs­institute die eigene Telefon­nummer haben….)

Der EmailPrivacyTest zeit, dass Web.de und GMX.de bei der Nutzung des Web-GUI nicht gegen Tracking Elemente in E-Mails schützen und ermöglichen es damit vielen Diensten, die Nutzer beim Lesen zu beobachten. Web.de setzt selbst HTML-Wanzen in den eigenen Newslettern ein (3 Tracking Wanzen in jedem Newsletter) und trackt damit die Lesegewohnheiten der Nutzer.

gmail.com ist von Google – und die sind ja nun mal bekannt dafür, alles an Daten einzusammeln, was geht. Deshalb sollte man weder einen GMail-Account besitzen, noch sollte man mit solchen Accounts kommunizieren.

posteo.de hat sich leider auch disqualifiziert, indem es auf berechtigte Kritik an dem von ihnen eingesetzten Verschlüsselungsverfahrens nicht etwa das Verschlüsselungsverfahren verbessert hat, sondern Anwälte losgeschickt hat, die die Kritiker mundtot machen sollten. Inzwischen scheint das technische Problem behoben zu sein – ein bitterer Nachgeschmack bleibt.

Vielleicht sollte der eine oder andere mal nachdenken, ob sein „kostenloses“ E-Mail-Konto (also eines für das man nicht mit Geld bezahlt! – kostenlos ist nichts auf der Welt!) noch zeitgemäß ist, oder ob man eventuell für 1,- € pro Monat ein werbefreies E-Mail-Konto bei einem Anbieter seines Vertrauens einrichten sollte!?

 

Spionage

Wie verseucht ist dein Smartphone?

Ich habe im F-Droid-App-Store ein weiteres Repository (Quelle für Apps) hinzugefügt. Diese Quelle ist https://android.izzysoft.de/repo.

Demnach kann ich nun über die F-Droid-App nicht nur Apps aus dem Standard-F-Droid-Repository laden, sondern eben auch von android.izzysoft.de.

Von diesem Repository habe ich mir dann mal eine Alternative zu Yalp installiert, nämlich die App Aurora, über die man Apps aus dem Google Spystore laden kann, ohne einen Google-Account oder gar die Google-Apps auf dem Smartphone installiert zu haben. Vor dem Download von Apps über Aurora bekommt man allerdings angezeigt, ob die App möglicherweise Tracker beinhaltet und welche Rechte sie bei der Installation einfordern wird. Natürlich war ich neugierig, woher diese Informationen kommen. Dabei bin ich auf die Seite

https://reports.exodus-privacy.eu.org/

gestoßen. Hier kann man also im Browser den Namen einer App eintragen und bekommt als Ergebnis die Anzeige, wieviele (und nach einem weiteren Klick auch welche) Tracker in der jeweiligen App enthalten sind. Wenn man das nun mal für die häufig verwendeten Apps auf seinem Smartphone tut, bekommt der eine oder andere vielleicht tränende Augen und deinstalliert die eine oder andere App.

Hier nur ein paar Beispiele von Apps, die viele auf ihrem Smartphone haben (ich nicht! 😉 ):

2048 2048 Cirulli AccuWaether Angry Birds Bild.de Clever-Tanken.de FAZ Flashlight LED Flashlight GMX Mail Instagram McDonalds Microsoft Outlook für Android Pizza Hut Snapchat Spiegel Online SZ Tagesschau.de Web.de Mail Wetter.com WhatsApp Youtube

Warum es ein Problem ist, wenn einem auf Schritt und Tritt Tracker hinterherspionieren, hat Mike Kuketz in seinem Artikel „Das kranke WWW: Stop using Google Web-Services“ beschrieben.

Das es aber selbst im Google Spystore Apps gibt, die keine Tracker beinhalten, ist schon fast erstaunlich. Allerdings sind diese Apps auch allesamt im F-Droid-Store zu finden. Somit bräuchte man den Google-App-Store nicht:

Na – wer überlegt jetzt, ob er die eine oder andere App wieder deinstalliert? Sicherlich nur die, die verstanden haben, das Tracking eben keine kleine Sache ist, sondern damit Tür und Tor für einen absolut gläsernen Menschen geöffnet wird. Nachdenken! – bei Bedarf fragen! – Handeln! JETZT!

 

Chat

Freie Messenger – Warum? Weshalb? Wieso?

Ich versuche ja seit einiger Zeit, meine Besucher davon zu überzeugen, dass die Nutzung von Messengern wie WhatsApp, Signal, Threema oder auch Telegram hinsichtlich Datenschutz nicht gut ist. Die Gründe dafür habe ich in diversen Artikeln (Conversations – der bessere Ersatz für WhatsApp, Warum ich nicht über WhatsApp erreichbar bin, sichere Kommunikation mit XMPP …) dargelegt. Inzwischen gibt es eine eigene Webseite, die sich mit genau diesem Thema befasst:

https://freie-messenger.de

Hier werden noch einmal von vorn bis hinten die Vor- und Nachteile und die Gründe für eine Nutzung freier Messenger dargelegt. Optisch ist die Seite vielleicht noch etwas ausbaufähig – inhaltlich finde ich sie aber sehr gut.

Mozilla Common Voice

kein Amazon Alexa oder Google Home – Sprachsteuerung ohne Cloud

Die meisten Mitmenschen gehen bekanntermaßen mit ihrer eigenen Privatsphäre sehr unbedacht um. Das erkennt man daran, dass sie sich den allseits beliebten Messenger WhatsApp auf ihrem Smartphone installieren und dabei den AGB’s meist ungelesen oder zumindest achselzuckend zustimmen. Das dieser Messenger ab diesem Zeitpunkt Zugriff auf das komplette Kommunikationsverhalten des Smartphonebesitzers hat (mit wem?, wann?, wie lange?, wo war der Standort? – und darunter fällt also auch das herkömmliche telefonieren und SMS schreiben – nicht nur das chatten innerhalb von WhatsApp!), scheint den meisten völlig egal zu sein. Viel schlimmer ist allerdings, dass diese Mitmenschen nicht nur ihre eigene Privatsphäre wegwerfen, sondern auch noch die Telefonnummern aller in deren Adressbuch befindlichen Kontakte ungefragt auf den Server einer amerikanischen Firma laden, die mehrfach bewiesen hat, dass sie nicht auf die von ihren Kunden – äh, sorry! – Produkten* gesammelten Daten aufpassen kann (siehe z.B. Skandal Cambridge Analytica).

*Wenn du nichts dafür bezahlst, bist du nicht der Kunde, sondern das Produkt!

Zur Zeit existiert ein weiterer Hype, nämlich sich für teures Geld Abhörwanzen in die Wohnung zu holen um sich (und ahnungslose Besucher!) permanent abhören zu lassen. Auch wenn Amazon und Google behaupten, die in der Umgebung geführten Unterhaltungen würden erst ab einem Schlüsselwort (Alexa bzw. OK, Google) in die Cloud übertragen, um dort analysiert zuwerden, so frage ich mich. „Wer will und kann das prüfen?“. Und es gab inzwischen auch schon nachweisbar Vorfälle, in denen die Abhörwanze leider versehentlich glaubte, sie wäre angesprochen worden und dann vertrauliche Gespräche in die Cloud geschickt hat. Man sollte sich heute tatsächlich angewöhnen, wenn man bei Unbekannten zu Besuch kommt, nach dem üblichen „Guten Tag!“ noch ein „Alexa, bestell bitte 100 Dosen Ravioli!“ hinterherzuwerfen. Wenn die Gastgeber dann hektisch werden, weiß man, dass man in einem überwachten Bereich ist und sollte sich entsprechend verhalten.

Warum erzähle ich das alles? Nun – ich halte die Idee, Computer oder Smart Homes per Sprachbefehl zu steuern für sehr interessant. Es würde mir gefallen, wenn mein FHEM eines Tages auf Zuruf all die Dinge machen würde, die ich derzeit noch per Tastendruck, Bildschirmklick oder Messenger-Befehl auslöse. Aber bitte ohne Cloud! Wenn, dann sollte die Verarbeitung dieser Sprachnachrichten innerhalb meiner vier Wände stattfinden. Und genau dieses Projekt gibt es bereits. Die Mozilla Foundation hat damit begonnen, die ersten Schritte in diese Richtung zu gehen. Das Projekt heißt Mozilla Common Voice und ich erhoffe mir davon in absehbarer Zukunft eine Sprachsteuerung, die ich ohne Datenschutz-Bedenken zum Einsatz bringen kann. Wer etwas dazu beitragen möchte, kann sich an dem Projekt beteiligen und Sprachaufnahmen abliefern oder bereits aufgenommene Sprachaufnahmen auf ihre Korrektheit verifizieren.