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Spionage

Wie verseucht ist dein Smartphone?

Ich habe im F-Droid-App-Store ein weiteres Repository (Quelle für Apps) hinzugefügt. Diese Quelle ist https://android.izzysoft.de/repo.

Demnach kann ich nun über die F-Droid-App nicht nur Apps aus dem Standard-F-Droid-Repository laden, sondern eben auch von android.izzysoft.de.

Von diesem Repository habe ich mir dann mal eine Alternative zu Yalp installiert, nämlich die App Aurora, über die man Apps aus dem Google Spystore laden kann, ohne einen Google-Account oder gar die Google-Apps auf dem Smartphone installiert zu haben. Vor dem Download von Apps über Aurora bekommt man allerdings angezeigt, ob die App möglicherweise Tracker beinhaltet und welche Rechte sie bei der Installation einfordern wird. Natürlich war ich neugierig, woher diese Informationen kommen. Dabei bin ich auf die Seite

https://reports.exodus-privacy.eu.org/

gestoßen. Hier kann man also im Browser den Namen einer App eintragen und bekommt als Ergebnis die Anzeige, wieviele (und nach einem weiteren Klick auch welche) Tracker in der jeweiligen App enthalten sind. Wenn man das nun mal für die häufig verwendeten Apps auf seinem Smartphone tut, bekommt der eine oder andere vielleicht tränende Augen und deinstalliert die eine oder andere App.

Hier nur ein paar Beispiele von Apps, die viele auf ihrem Smartphone haben (ich nicht! 😉 ):

2048 2048 Cirulli AccuWaether Angry Birds Bild.de Clever-Tanken.de FAZ Flashlight LED Flashlight GMX Mail Instagram McDonalds Microsoft Outlook für Android Pizza Hut Snapchat Spiegel Online SZ Tagesschau.de Web.de Mail Wetter.com WhatsApp Youtube

Warum es ein Problem ist, wenn einem auf Schritt und Tritt Tracker hinterherspionieren, hat Mike Kuketz in seinem Artikel „Das kranke WWW: Stop using Google Web-Services“ beschrieben.

Das es aber selbst im Google Spystore Apps gibt, die keine Tracker beinhalten, ist schon fast erstaunlich. Allerdings sind diese Apps auch allesamt im F-Droid-Store zu finden. Somit bräuchte man den Google-App-Store nicht:

Na – wer überlegt jetzt, ob er die eine oder andere App wieder deinstalliert? Sicherlich nur die, die verstanden haben, das Tracking eben keine kleine Sache ist, sondern damit Tür und Tor für einen absolut gläsernen Menschen geöffnet wird. Nachdenken! – bei Bedarf fragen! – Handeln! JETZT!

 

Chat

Freie Messenger – Warum? Weshalb? Wieso?

Ich versuche ja seit einiger Zeit, meine Besucher davon zu überzeugen, dass die Nutzung von Messengern wie WhatsApp, Signal, Threema oder auch Telegram hinsichtlich Datenschutz nicht gut ist. Die Gründe dafür habe ich in diversen Artikeln (Conversations – der bessere Ersatz für WhatsApp, Warum ich nicht über WhatsApp erreichbar bin, sichere Kommunikation mit XMPP …) dargelegt. Inzwischen gibt es eine eigene Webseite, die sich mit genau diesem Thema befasst:

https://freie-messenger.de

Hier werden noch einmal von vorn bis hinten die Vor- und Nachteile und die Gründe für eine Nutzung freier Messenger dargelegt. Optisch ist die Seite vielleicht noch etwas ausbaufähig – inhaltlich finde ich sie aber sehr gut.

Netzwerke

Warum Privatsphäre mehr ist als Verschlüsselung

Ich bin im Internet auf eine interessante Seite gestoßen, die das Thema Privatsphäre und Verschlüsselung etwas eingehender beleuchtet. Da diese nur auf englisch und französich verfügbar ist, habe ich sie mal ins deutsche übersetzt, damit auch diejenigen unter euch, die des englischen nicht mächtig sind, die Chance haben, es zu lesen und sich damit auseinander zu setzen.

Hier ist der Link zur ursprünglichen Seite:

https://hannes.hauswedell.net/post/2016/05/31/why-privacy-is-more-than-crypto/ Warum Privatsphäre mehr ist als Verschlüsselung weiterlesen

prosody

sichere Kommunikation mit XMPP

Heute habe ich auf meinem XMPP-Server neubert.dedyn.io eine weitere Funktion hinzugefügt, die eine sichere Kommunikation weiter forciert. Mit dem Prosody-Modul mod_e2e_policy kann man einstellen, wie sich der Server hinischtlich Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verhalten soll. Bisher war es so, dass ich zwar empfohlen habe, dass man die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung OMEMO aktivieren sollte, jeder Nutzer konnte diesen Hinweis aber in den Wind schießen und trotzdem unverschlüsselt kommunizieren. Seit heute ist das anders. Nun bekommt jeder Nutzer auf neubert.dedyn.io einen Hinweis bei jeder unverschlüsselt gesendeten Nachricht, dass es sicherer sei, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung OMEMO zu aktivieren. Ich gehe davon aus, dass diese Nachrichten so nervig sind, dass man lieber die zwei Klicks in der Oberfläche von Conversations macht und OMEMO aktiviert, als bei jeder weiteren Nachricht wieder genervt zu werden (weitere Details zur Einrichtung von Conversations sind im Beitrag Conversations – der bessere Ersatz für WhatsApp zu finden).

Ich könnte den Server auch so einstellen, dass unverschlüsselte Nachrichten gar nicht mehr versandt werden. Allerdings weiß ich aus anderen Quellen, dass es derzeit noch Probleme mit XMPP-Clients gibt, die unter iOS laufen (beim Namen genannt Chatsecure). Damit diese Nutzer nicht völlig von der Kommunikation ausgeschlossen werden, habe ich die Servereinstellungen derzeit noch nicht so hart eingestellt. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen 😉

OSM Share Location Plugin

Ab und zu besteht der Wunsch, seinen aktuellen Standort jemand anderem mitzuteilen. Die meisten würden für so etwas wahrscheinlich GoogleMaps oder ähnliches nutzen. Wer mein Blog kennt, wird wissen, dass das für mich keine Option wäre. Dafür gibt es aber eine schöne Alternative – Ein Conversations-Plugin:

OSM Share Location Plugin

Damit kann man unter Conversations seinen Standort mit anderen teilen. Nach der Installation erscheint in Conversations im Menü „Anhänge“ ein neuer Eintrag „Standort senden„.

Conversations-Standort OSM Share Location Plugin weiterlesen

F-Droid-Logo

Alternativen für Apps aus dem Google PlayStore

Wer sein Mobiltelefon mit einem alternativen Betriebssystem (Custom-ROM) ausstattet, hat anschließend die Möglichkeit, auf die übliche Datenabfluß-Verbindung zu Google zu verzichten, indem man keine Google-Apps darauf installiert bzw. wenigstens das Google-Konto nicht aktiviert. Das führt natürlich dazu, dass einem auch der prall gefüllte Google Play Store nicht zur Verfügung steht.

Der Google-Spy-Store ist sowieso überfüllt mit schädlichen und trackenden Apps. Es ist äußerst schwierig, dazwischen die trackingfreien Perlen zu finden. Ein weiterer Grund, nicht diesen ominösen App-Store zu nutzen, findet sich in einem Artikel bei Golem.de.

Um trotzdem weitere Apps auf sein Telefon zu bekommen, kann und sollte man sich den F-Droid-App-Store installieren. Dort gibt es ausschließlich freie Software. Aber auch, wer kein gerootetes und/oder mit einem Custom ROM ausgestattetes Gerät besitzt, kann sich einen weiteren App-Store installieren und alternative Apps daraus nutzen:

Alternativen für Apps aus dem Google PlayStore weiterlesen

whatsapp-conversations

Conversations – der bessere Ersatz für WhatsApp

Inhalt

XMPP – Was ist das?

XMPP ist ein Protokoll, über das Sofortnachrichten ausgetauscht werden – als es 1997 erfunden wurde, hieß es noch Jabber. Auch die wohl allen bekannte App „WhatsApp“ basiert auf diesem Protokoll. Basiert bedeutet dabei, dass WhatsApp ursprünglich das reine XMPP nutzte, im Laufe der Zeit aber so viele gravierenden Änderungen daran vorgenommen hat, das es nun nicht mehr mit dem urspünglichen XMPP kompatibel ist.

Unterschiede zwischen XMPP und WhatsApp

Nutzt man WhatsApp, dann wird man über die Telefonnummer identifiziert. Dadurch sieht man auch sofort, welcher der Kontakte im Telefonbuch auch WhatsApp nutzt.

XMPP funktioniert eher wie E-Mail. Es gibt viele verschiedene Server-Anbieter, bei denen man sich (meist kostenlos) anmelden kann. Man erhält dann eine Adresse in der Form Nutzername@servername.org. Diese Adresse, die genauso aussieht wie eine E-Mail-Adresse heißt bei XMPP Jabber Identifier und wird mit JID abgekürzt. Genauso wie bei E-Mail, kann diese JID nun den Freunden und Kollegen bekannt gegeben werden. Und wie bei E-Mail, können die Freunde und Kollegen ihren XMPP-Account auf völlig anderen Servern haben und trotzdem Nachrichten an eure JID schicken.

Im Gegensatz zu WhatsApp hat man also hier den Nachteil, dass man sich erst einen Server aussuchen und sich dort registrieren muss. Anschließend muss man die Kontodaten und das Passwort in der App eintragen und die Adressdaten mit den potenziellen Kontakten austauschen. Bei WhatsApp ist nach der Installation und dem bekanntgeben der eigenen Telefonnummer alles getan was nötig ist. Welche Datenschutz-Probleme damit einhergehen, steht auf einem anderen Blatt und habe ich zum Beispiel im Artikel „WhatsApp vs. XMPP“ ausführlich beschrieben.

Welche Vorteile bringt XMPP?

  • Man kann den gleichen XMPP-Account auf mehreren Geräten nutzen (und das müssen nicht nur Smartphones sein, sondern es gibt auch Programme für Windows- oder Linux-PCs).
  • Man kann mehrere XMPP-Accounts haben (z.B. einen für Freunde und Familie und einen für die Arbeit [den man zum Feierabend/Wochenende/Urlaub deaktiviert])
  • nicht jeder bekommt die eigene Telefonnummer

 

Welchen Server sollte ich wählen?

Wie bereits erwähnt, gibt es eine riesige Auswahl an XMPP-Servern. Für Neueinsteiger fällt die Wahl da schwer. Unter https://compliance.conversations.im/ ist eine handverlesene Übersicht zu finden, in der auch ein paar gängige Features aufgelistet werden. Ich betreibe seit Anfang 2017 einen eigenen XMPP-Server unter der Adresse neubert.dedyn.io. Wer möchte, und mir sein Vertrauen entgegenbringt, der kann sich gern dort als Nutzer kostenlos anmelden.

Registrierung

Je nach Server gibt es zwei verschiedene Arten, sich auf dem Server zu registrieren. Welche der beiden Möglichkeiten, oder ob beide angeboten werden, hängt vom jeweiligen Server ab.

Webformular

Wie bei vielen anderen Seiten im Netz, bieten auch XMPP-Server oft die Möglichkeit der Registrierung über ein Webformular. Hier erklärt am Beispiel des Servers trashserver.net:

Aufruf der Webseite trashserver.net, dort den Link „Registrieren“ klicken ,

trashserver Registrierung

und in das erscheinende (oben abgebildete) Formular den gewünschten Nutzernamen und das gewählte Passwort eintragen. Nach Lösung der Rechenaufgabe (Schutz vor SPAM-Robots und zu dummen Nutzern ;-)) wird durch Klick auf den Button „Registrieren!“ ein neuer Nutzer-Account auf diesem Server angelegt. Jetzt kann man sich mit der App seiner Wahl an diesem Server anmelden.

InBand-Registirerung

Bei der InBand-Registrierung legt man direkt aus der App heraus einen neuen Nutzer-Account auf dem Server an.

Da sich hier die Vorgehensweisen je nach gewählter App stark unterscheiden, werde ich das hier nur anhand der auch von mir genutzten App Conversations erklären (Conversations – Nutzerkonto einrichten).

Download von Conversations

Conversations ist eine App die für Android-basierte Telefone zur Verfügung steht. Wer im Besitz eines Ei-Fons ist, kann als Alternative Chatsecure nutzen, hier soll es aber ein paar Probleme geben. Ich bin kein Ei-Fon-Nutzer.

Conversations gibt es sowohl im herkömmlichen Google-Playstore – dort für 2,39€ oder auch als kostenlose App im alternativen App-Store F-Droid (um Spenden wird gebeten).

Entscheidet man sich, nicht den Google-Playstore zu nutzen, dann muss man, sofern noch nicht geschehen, in Android die Installation aus fremden Quellen zulassen. Das ist zu erreichen über Einstellungen – Sicherheit – Unbekannte Herkunft.

Warum man besser auf Apps aus F-Droid setzen sollte, habe ich in meinem Artikel Alternativen für Apps aus dem Google Playstore beschrieben.

Conversations – Nutzerkonto einrichten

Nach der Installation der App muss man sich mit seinem Nutzer-Account an seinem gewünschten XMPP-Server anmelden. Wir starten also Conversations.

Conversations Start

Beim erstmaligen Start, wird man automatisch aufgefordert, ein neues Konto zu erstellen. Dazu gibt es entweder die Möglichkeit, ein Konto auf dem Server conversations.im anzulegen (wird nach 6 Monaten kostenpflichtig und kostet 8 € / Jahr) oder man wählt den Punkt „Nutze eigenen Provider“ und wählt einen anderen Server.

Hier trägt man nun seine JID ein, also die Kombination aus gewähltem Nutzernamen und dem zugehörigen XMPP-Server, getrennt durch das Zeichen @. Wenn man bereits vorher über ein Webformular einen Benutzer angelegt hat, dann existiert der Nutzer ja bereits auf dem Server. Dann darf natürlich der Haken „Neues Konto auf Server erstellen“ nicht gesetzt sein, da man den selben Nutzer ein zweites Mal nicht erstellen kann. Da ich hier gerade die InBand-Registrierung beschreibe, muss der Haken aber gesetzt sein, weil der Nutzer ja erst jetzt erstellt werden soll.

Conversations Konto hinzufügen

Hat man seine JID und sein gewähltes Passwort eingetragen, wird nach einem Klick auf „Weiter“ der neue Nutzer auf dem Server angelegt.

Im nächsten Schritt kann man nun noch ein Avatarbild für seinen Nutzer vergeben. Das kann man aber auch später noch nachholen bzw. auch ändern. Ich überspringe diesen Schritt jetzt.

Zugriff auf Kontakte

Bei der erstmaligen Nutzung fragt Android nun nach, ob Conversations auch Zugriff auf die im Telefon gespeicherten Kontakte haben darf. Dieser Zugriff ist nicht zwingend erforderlich – es funktioniert auch ohne dieses Recht. Wenn man allerdings die JIDs seiner Kontakte im Telefonbuch gespeichert hat, dann erleichtert die Freigabe des Zugriffs die Handhabung, denn dann zeigt Conversations diese auch automatisch an.

Zulassen, dass die App Conversations auf deine Kontakte zugreifen darf?

Ablehnen / Zulassen

Batterieoptimierung deaktivieren

Das nächste Recht, das Conversations anfragt ist, die Batterieoptimierung von Android zu deaktivieren. Diese Batterieoptimierung sort dafür, das Android Apps ohne Nachfrage beenden kann, die lange nicht mehr benutzt wurden. Das hätte natürlich zur Folge, das keine Nachrichten mehr ankommen würden, bis man Conversations wieder öffnet. Der Akkuverbrauch von Conversations ist sehr gering, so dass man die Batterieoptimierung für Conversations auf jeden Fall deaktivieren sollte.

Batterieoptimierung aktiv

Dein Telefon wendet Batterieoptimierungen bei Conversations an, welche verspätete Benachrichtigungen oder Nachrichtenverlust verursachen können. Es ist empfehlenswert dies zu deaktivieren.

Weiter

Akkuoptimierung ignorieren?

Darf die App „Conversations“ im Hintergrund verbunden bleiben? Dies erhöht möglicherweise die Akkunutzung.

Nein / Ja

Kontakte hinzufügen

Nach diesem Schritt ist die Installation von Conversations abgeschlossen. Allerdings fehlen noch die Kontakte, um mit diesen Nachrichten auszutauschen.

Dazu klickt man auf das Plus in der oberen rechten Ecke.

Conversations Plus

Hier wählt man erst einmal „Kontakte“ und klickt anschließend auf das Icon mit dem Männchen und dem kleinen Plus.

Conversations Kontakt hinzufügen

Es öffnet sich ein neues Fenster, in dem man die JID (Jabber-ID) des neuen Kontaktes einträgt (z.B. Bob@Server2.de). Sofern man mehrere Konten (auf einem oder mehreren Servern) hat, kann man hier unter „Dein Konto“ auch auswählen, welches davon man nutzen möchte. Im Normalfall ist hier nur ein Eintrag zur Auswahl.

Conversations Kontakt erstellen

Nach dem Klick auf „Erstellen“ öffnet sich bereits das Verlaufs-Fenster für den Chat mit der gewählten Person (im Folgenden Bob). Nun können wir (noch unverschlüsselt) los schreiben oder Bilder schicken oder ein Foto machen oder eine Sprachnachricht aufzeichnen und verschicken.

Der andere Teilnehmer (Bob) wird die Nachricht empfangen und beim ersten Mal die folgende Nachricht erhalten „Der Kontakt hat dich zur Kontaktliste hinzugefügt – mit der Option ‚auch hinzufügen‚“. Sobald Bob den Kontakt (Alice) in seine Kontaktliste hinzugefügt hat, hat er die Möglichkeit zu entscheiden, ob Alice seinen Online-Status sehen darf.  Sobald er das tut, ist es ab diesem Zeitpunkt möglich, die OMEMO-Verschlüsselung zu nutzen (im Chatfenster auf das Schloss tippen und OMEMO wählen).

Update: Ende 2017 wurde ein weiteres XMPP-Feature „erfunden“, welches es ermöglicht, auch dann bereits OMEMO-Verschlüsselung zu aktivieren, wenn die Kontakte sich noch nicht gegenseitig in die Kontaktliste aufgenommen haben. Ist dieses Feature auf dem Server aktiviert, kann man auch sofort mit OMEMO-verschlüsselten Verbindungen starten. Auf neubert.dedyn.io ist dieses Feature bereits aktiviert! 😉

OMEMO ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei XMPP. Diese sorgt dafür, das auch der bzw. die XMPP-Server-Betreiber die Nachrichteninhalte nicht mehr mitlesen können.

Damit sind die Grundlagen zur Kommunikation mit Conversations erklärt. Was noch fehlt, sind ein paar Worte zu

  • Sprachnachrichten-Plugin
  • Standort-Freigabe-Plugin
  • MUCs (Multi-User-Chats), in WhatsApp auch Gruppenchats genannt.

Sprachnachrichten-Plugin

Damit man mit Conversations auch Sprachnachrichten versenden kann, benötigt man ein zusätzliches Plugin. Das findet man

Standort-Freigabe-Plugin

Wenn man seinen aktuellen Standort anderen Chatpartnern mitteilen möchte, dann kann man das mit dem Share-Location-Plugin.

Multi-User-Chat (MUC)

Damit man mit mehreren Kontakten gleichzeitig kommunizieren kann, gibt es sogenannte Multi-User-Chats, kurz MUC. Diese kann jeder auf jedem Server selbst erstellen. In Conversations geht man dazu wie folgt vor: Man klickt wieder auf das Plus in der oberen rechten Ecke.

Conversations Plus

Anschließend wählt man „Gruppenchats“ und klickt danach wieder auf das Männchen mit dem kleinen Plus daneben.

Conversations Kontakt hinzufügen

Im nun erscheinenden Menü würde man intuitiv „Gruppenchat erstellen“ wählen, wenn man einen neuen Gruppenchat erstellen möchte. Kann man auch tun, hat aber den Effekt, das als Name des Chatraums ein kryptischer Name generiert wird.

Conversations MUCs

Wählt man hier stattdessen „Gruppenchat beitreten“, dann kann man entweder einem bereits bestehenden Chat beitreten oder, falls dieser noch nicht existiert, damit auch gleich einen neuen erstellen. Den Namen kann man sich selbst aussuchen. Der Teil hinter dem @ ist vom Server fest vorgegeben und wird auch automatisch vorgeschlagen.

Conversations-MUC beitreten

Nach dem Klick auf „Beitreten“ befindet man sich auch schon in diesem Chat und kann los schreiben. Es fällt auf, dass man hier unverschlüsselt schreibt.

Conversations - Beispielgruppe

Versucht man mittels Klick auf das Schloss im oberen Bereich, eine OMEMO-Verschlüsselung zu aktivieren, wird man feststellen, dass das in diesem Gruppenchat nicht auswählbar ist. Der Grund dafür ist, dass es derzeit ein öffentlich zugänglicher Gruppenchat ist – dazu weiter unten noch etwas mehr.

Conversations Verschlüsselung MUC

Schauen wir uns mal die Eigenschaften dieses Gruppenchats an. Dazu klickt man auf die drei Punkte in der oberen rechten Ecke. In dem aufklappenden Menü wählen wir den ersten Eintrag „Gruppenchatdetails“.

Conversations - Gruppenchatdetails

Es erscheint folgendes Fenster:

Conversations-Gruppenchatdetails

Hier kann man sehen,

  • wer der Eigentümer dieses Gruppenchats ist,
  • ob es ein öffentlich zugänglicher oder ein privater Chat ist
  • ob man bei allen oder nur bei speziell an einen selbst adressierten Nachrichten benachrichtigt werden möchte
  • ob der Chatraum MAM* (Message-Archive-Management) unterstützt
  • mit welchem Konto man in diesem Gruppenchat angemeldet ist

Über „Kontakt einladen“ kann man weitere Nutzer in den Gruppenchat einladen.

Der Eigentümer des Gruppenchats kann die Einstellungen ändern, indem er auf das Zahnrad hinter „öffentlich zugänglicher Gruppenchat“ klickt. Folgende Einstellungen können damit geändert werden:

Conversations-Gruppenchatoptionen

  • Privat, nur Mitglieder: Hier kann man aus dem öffentlichen Gruppenchat einen privaten Chat machen. Das bedeutet, dass nur noch eingeladene Personen diesem Chat beitreten können.
  • Moderiert: Aktiviert man diese Option, dann können Besucher eines öffentlichen Gruppenchats keine eigenen Nachrichten hineinschreiben sondern nur lesen. Mitglieder können sowohl lesen als auch schreiben.
  • De-anonymisiert: Normalerweise sind die Kontaktadressen in einem Gruppenchat nicht für die anderen Teilnehmer/Besucher sichtbar. Aktiviert man diese Option, dann können alle alle anderen Kontaktadressen in diesem Gruppenchat sehen

In einem Gruppenchat ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung OMEMO normalerweise nicht verfügbar. Hintergrund ist, dass man von jedem Teilnehmer des Gruppenchats den öffentlichen Schlüssel benötigen würde – und das können sehr viel werden, je nach dem, wieviele Teilnehmer solch ein Chat hat. Außerdem ist es zumindest bei öffentlichen Gruppenchats nicht sehr sinnvoll, denn ein potenzieller Mithörer braucht einfach nur dem Gruppenchat beizutreten. Allerdings gibt es Entwicklungen, das selbst das zukünftig in Gruppenchats möglich werden wird. Der XMPP-Server muss das dann unterstützen.

Update: Auf neubert.dedyn.io ist es seit Ende 2017 möglich, in privaten Gruppenchats auch OMEMO-verschlüsselt zu kommunizieren!


*MAM – Message-Archive-Management

In Gruppenchats besteht das Problem, das nicht immer alle online sind und dementsprechend Nachrichten verpassen könnten. Damit solche Teilnehmer die Chance bekommen, auch die während ihrer Abwesenheit geschriebenen Nachrichten lesen zu können, gibt es MAM. Das sorgt dafür, dass die Nachrichten, die während ihrer Abwesenheit geschrieben werden auf dem XMPP-Server zwischengespeichert werden. Kommt der Kontakt wieder online, werden die zwischengespeicherten Nachrichten zugestellt und vom Server gelöscht. Dieses Feature muss der Server bereitstellen (nicht alle unterstützen das – neubert.dedyn.io allerdings schon 😉 ).

Warum ich nicht über WhatsApp erreichbar bin

Warum ich nicht per WhatsApp erreichbar bin, erkläre ich hier genauer.

Hier nur ein paar Stichpunkte:

  • WhatsApp ist nicht kostenlos. Es kostet dich deine Privatsphäre!
  • WhatsApp ist nicht Open-Source, nur bei Open-Source kann man prüfen, ob nicht doch Hintertüren eingebaut sind, die die Privatsphäre bedrohen. Bei Closed-Source muss man den Versprechungen des Herstellers vertrauen.
  • Es gibt Alternativen, die von der Bedienung genauso gut sind und den Datenschutz beachten. Was derzeit noch fehlt sind genügend Nutzer.
  • WhatsApp gehört Facebook und Facebook ist ein intransparenter Monopolist der mit den Nutzerdaten Milliarden Gewinne einfährt.
  • Vorangehen lohnt sich – auch wenn es manche nicht glauben mögen, es gibt ein Leben ohne WhatsApp.

Und ich empfehle jedem, sich Gedanken zu machen, womit Facebook sein Geld verdient und ob einem der Verzicht auf die eigene Privatsphäre eine „kostenlose“ App wert ist.

Meine Empfehlung: Nutzt Open-Source-Messenger die ein offenes Protokoll verwenden, wie Conversations (Android), Chatsecure (iOS) oder Gajim (Windows/Linux). Weitere Details dazu findet ihr unter WhatsApp-vs-XMPP bzw. auch hier Conversations, der bessere Ersatz für WhatsApp.