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Snips – SmartHome hört aufs Wort – lokal und autark

Es ist schon eine Weile her, dass ich in meinem Beitrag Sprachsteuerung ohne Alexa, Siri, Cortana und Co. darüber berichtet habe, das ich vorhabe, als Sprachsteuerung in meinem SmartHome Snips einzusetzen. Seit ca. April diesen Jahres läuft erfolgreich und zufriedenstellend Snips bei mir zu Hause und sorgt dafür, dass man per Sprachkommando das Licht ein- oder ausschalten oder auch die Rollläden hoch- und runterfahren lassen kann. Und damit das ganze nicht nur vom Wohnzimmer aus funktioniert, wo die zentrale Snips-Instanz auf einem Raspberry Pi 3 läuft, sondern auch von anderen Zimmern aus, habe ich zusätzlich noch diverse Snips-Satelliten in verschiedenen Räumen installiert, die auf einem schmalbrüstigen Raspberry Pi Zero W laufen.

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microphone

Sprachsteuerung ohne Alexa, Siri, Cortana und Co.

Inzwischen hat ja jeder Depp eine Abhörwanze in seiner Wohnung oder auf seinem Smartphone installiert. Die bekanntesten sind da:

  • Alexa (Amazon)
  • Siri (Apple)
  • Cortana (Microsoft)
  • Google Assistent (Google)
  • Bixby (Samsung)

Alle haben eines gemeinsam. Die gesprochenen Befehle werden auf einen zentralen Server geladen, dort analysiert und anschließend die Antwort zurück an den Absender gesendet. Das führt natürlich dazu, dass massenweise persönliche Daten auf diesen Servern anfallen, und kein Mensch weiß, was damit angestellt wird. Also ich möchte nicht, dass meine Gespräche bei Amazon, Google oder sonst einer Datenkrake landen, um dort analysiert zu werden. Als 1989 die DDR zusammenfiel, haben viele Leute zu Recht die Stasi verdammt, weil sie mit ihren vielen inoffiziellen Mitarbeitern so gut wie jeden im Staat überwacht haben. Heute, ca. 30 Jahre später, holen sich diese Leute selbst solche Spione ins Haus – ganz freiwillig!

Ich will so etwas nicht. Aber eine Sprachsteuerung ist natürlich eine feine Sache. Wenn die Daten im eigenen Haus bleiben. Und genau das scheint möglich zu sein. Mein Smarthome, basierend auf FHEM, ist und bleibt cloudfrei. Und mit

https://snips.ai

und dem FHEM-Modul Snips-Fhem

werde ich in nächster Zeit versuchen, meine Hausautomation auch mit Sprachsteuerung zu versehen. Einen Thread im FHEM-Forum gibt es dazu schon seit einiger Zeit. Über den weiteren Fortschritt werde ich hier berichten. Jetzt heißt es erst mal lesen und zusätzliche Hardware bestellen. Und Zeit nehmen/haben, für solch ein Projekt.

Wer mehr über die Hintergründe zu Snips erfahren möchte, der kann sich auch mal dieses Interview mit Rand Hindi, dem Chef und Co-Gründer des Start-ups Snips durchlesen:

Dieser Mann will Amazons Alexa zerstören – mit einem Sprachassistenten, der eure Privatsphäre schützt

Mozilla Common Voice

kein Amazon Alexa oder Google Home – Sprachsteuerung ohne Cloud

Die meisten Mitmenschen gehen bekanntermaßen mit ihrer eigenen Privatsphäre sehr unbedacht um. Das erkennt man daran, dass sie sich den allseits beliebten Messenger WhatsApp auf ihrem Smartphone installieren und dabei den AGB’s meist ungelesen oder zumindest achselzuckend zustimmen. Das dieser Messenger ab diesem Zeitpunkt Zugriff auf das komplette Kommunikationsverhalten des Smartphonebesitzers hat (mit wem?, wann?, wie lange?, wo war der Standort? – und darunter fällt also auch das herkömmliche telefonieren und SMS schreiben – nicht nur das chatten innerhalb von WhatsApp!), scheint den meisten völlig egal zu sein. Viel schlimmer ist allerdings, dass diese Mitmenschen nicht nur ihre eigene Privatsphäre wegwerfen, sondern auch noch die Telefonnummern aller in deren Adressbuch befindlichen Kontakte ungefragt auf den Server einer amerikanischen Firma laden, die mehrfach bewiesen hat, dass sie nicht auf die von ihren Kunden – äh, sorry! – Produkten* gesammelten Daten aufpassen kann (siehe z.B. Skandal Cambridge Analytica).

*Wenn du nichts dafür bezahlst, bist du nicht der Kunde, sondern das Produkt!

Zur Zeit existiert ein weiterer Hype, nämlich sich für teures Geld Abhörwanzen in die Wohnung zu holen um sich (und ahnungslose Besucher!) permanent abhören zu lassen. Auch wenn Amazon und Google behaupten, die in der Umgebung geführten Unterhaltungen würden erst ab einem Schlüsselwort (Alexa bzw. OK, Google) in die Cloud übertragen, um dort analysiert zuwerden, so frage ich mich. „Wer will und kann das prüfen?“. Und es gab inzwischen auch schon nachweisbar Vorfälle, in denen die Abhörwanze leider versehentlich glaubte, sie wäre angesprochen worden und dann vertrauliche Gespräche in die Cloud geschickt hat. Man sollte sich heute tatsächlich angewöhnen, wenn man bei Unbekannten zu Besuch kommt, nach dem üblichen „Guten Tag!“ noch ein „Alexa, bestell bitte 100 Dosen Ravioli!“ hinterherzuwerfen. Wenn die Gastgeber dann hektisch werden, weiß man, dass man in einem überwachten Bereich ist und sollte sich entsprechend verhalten.

Warum erzähle ich das alles? Nun – ich halte die Idee, Computer oder Smart Homes per Sprachbefehl zu steuern für sehr interessant. Es würde mir gefallen, wenn mein FHEM eines Tages auf Zuruf all die Dinge machen würde, die ich derzeit noch per Tastendruck, Bildschirmklick oder Messenger-Befehl auslöse. Aber bitte ohne Cloud! Wenn, dann sollte die Verarbeitung dieser Sprachnachrichten innerhalb meiner vier Wände stattfinden. Und genau dieses Projekt gibt es bereits. Die Mozilla Foundation hat damit begonnen, die ersten Schritte in diese Richtung zu gehen. Das Projekt heißt Mozilla Common Voice und ich erhoffe mir davon in absehbarer Zukunft eine Sprachsteuerung, die ich ohne Datenschutz-Bedenken zum Einsatz bringen kann. Wer etwas dazu beitragen möchte, kann sich an dem Projekt beteiligen und Sprachaufnahmen abliefern oder bereits aufgenommene Sprachaufnahmen auf ihre Korrektheit verifizieren.

Update:

Man muss gar nicht mehr warten, bis Mozilla aus dem Tee kommt. Inzwischen läuft bei mir zu Hause eine Alexa namens Snips – und zwar völlig autark – ohne Datenkrakenanschluss. Siehe meine Beiträge Sprachsteuerung ohne Alexa, Siri, Cortana und Co. und Snips – SmartHome hört aufs Wort – lokal und autark.